Kategorie: Fortsetzungsroman

Fortsetzungsroman – Das Mohnblumenfeld: Kapitel 2

Sie hatte das Auto geparkt und das Verdeck geöffnet, als sie bemerkte, dass der junge Mann im weißen VW Golf fünfzig Meter weiter immer wieder zu ihr herübersah. Ein gutaussehender Typ, schlank, dunkle Locken, der trotz der Tatsache, dass fast schon Sommer war, eine graue Strickmütze trug. Er tippte etwas in sein Smartphone. Es war früher Vormittag und mitten in der Woche. Außer ihrem Wagen und dem des jungen Mannes standen nur noch zwei weitere Autos auf dem Parkplatz am Ortsrand. Weiterlesen

Fortsetzungsroman – Kapitel 1

Als sie in Hamburg auf die Autobahn Richtung Süden gefahren war, hatte Poppy Skubek ein unangenehmes Kribbeln im Bauch gespürt. Sie war aufgeregt. Nein. Mehr als das: Sie war nervös. Es war fünfzehn Jahre her, seit sie das letzte Mal zuhause gewesen war. Quatsch! Dieses verschlafene Nest war schon lange nicht mehr ihr Zuhause. Und auch jetzt wäre sie nicht auf dem Weg dorthin, wenn es nicht sein müsste.
Die Bäume, die rechts und links der je drei Spuren die Fahrbahn säumten, waren von sattem Grün, denn es war Mitte Juni. Poppy betätigte den elektrischen Fensterheber, und warme Luft strömte herein. Weiterlesen

Neue Kategorie: Fortsetzungsroman – Das Mohnblumenfeld

Prolog

Wer Hieronymus Buba sah, wäre nie auf die Idee gekommen, dieser junge Mann mit den goldblonden Locken und den treuherzigen blauen Augen könnte das personifizierte Böse sein.
Er war mittelgroß, schlank, und seine Gesichtszüge waren für einen Mann beinahe zu hübsch. Sein Aussehen war Hieronymus` stärkste Waffe. Und das wusste er.
Stephansstadt, das seinen Namen dem ersten christlichen Märtyrer verdankte, eroberte Hieronymus im Sturm. Alle dreitausendzweihundertvierundfünfzig Einwohner. Alle. Bis auf einen. Denn die zweijährige Poppy Skubek warf einen Blick auf Hieronymus, fing herzzerreißend an zu weinen und vergrub ihr Gesicht am Hals der Mutter. Da half kein Betteln und kein Locken.
Doch die überraschend hellsichtige Reaktion des kleinen Mädchens trübte Hieronymus` Freude am Untergang nur kurz. Er beschloss, sich trotzdem in dem beschaulichen Ort niederzulassen. Weiterlesen